image007Sechs Innings war es ein Pitcherduell zwischen Daniel Thieben und dem italienischen Pitcher Milvio Androzzi. Aber dann kam das verflixte 7. Inning. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der überragende Daniel Thieben nur 2 Hits und keinen Run der Italiener zugelassen, aber vier Strikeouts für sich verbuchen können. Die wenigen brenzligen Situationen, die er zu überstehen hatte, wurden von ihm oder der Defense sicher gelöst.

Aber auch der italienische Pitcher war nicht ganz ohne. Bis zu seiner Auswechslung Mitte des 5. Innings konnte die deutsche Mannschaft ihn niemals in Gefahr bringen.

Wenn die Pitcher dominieren, die Batter nicht treffen, dann müssen eben andere Faktoren ein solches Spiel entscheiden und diesmal war es ein Error. Bases Loaded und kein Aus für die Italiener in der oberen Hälfte des 7. Innings. Ein hart geschlagener Ball Richtung 2nd Base. Der deutsche Second Baseman erreichte den Ball im Fallen, konnte ihn aber nicht richtig kontrollieren und ein Run scorte. Kurze Zeit etwas orientierungslos, versuchte unser Second Baseman nicht das Aus an erster Base, sondern, um weitere Runs zu verhindern, den Runner, der von 2. nach 3. Base lief, auszuwerfen. Dabei überwarf er seinen 3rd Baseman und zwei weitere Runs konnten scoren.

Ein anschließender Wild Pitch sorgte in diesem Inning noch für das 4:0 der Italiener und damit für die Vorentscheidung.

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image049Heute gibt es kein "hätte, wäre, wenn", kein "second guessing" ....Tschechien war einfach besser. Punkt.

Im Dauerregen von Gijon hat Tschechien heute besser geschlagen, das "small ball" Spiel par excellence ausgeführt und einen überragenden Pitcher auf dem Mound gehabt. So einfach kann Baseball sein...und so schnell können Träume zerplatzen.

Ein Error des sonst so sicheren Infields brachte gleich den ersten Batter der Tschechen auf Base. Ein perfekt ausgeführter Bunt, zwei Single...und die Tschechen führten schnell im 1. Inning mit 1-0. Starting Pitcher Michael Wöhrl hatte wie schon gegen Russland Schwierigkeiten ins Spiel zu finden und sah sich nach dem 1-0 noch einer Bases Loaded Siutation gegenüber. Mit einem SO konnte er aber den Kopf aus der Schlinge ziehen.. Aber im Gegensatz zum Rußlandspiel, wo er nach einem schwierigen Anfang die Russen dominierte., hatte er heute 4 Innings lang um seinen Rhythmus zu kämpfen.

Auch konnte die deutsche Mannschaft, wie in den anderen Spielen zuvor, nicht sofort zurückschlagen. Zwar gelangte Eric Harms durch einen Error auf Base, Maik Ehmcke folgte ihm mit einem Single...aber diesmal kam nichts Zählbares dabei heraus.

Im nächsten Inning schien sich Michael Wöhrl zu fangen. Neun Pitches - drei schnelle Aus.

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image036Er hat versprochen, alles für die Mannschaft zu geben...und er hat sein Versprechen gehalten. Mußte er im Länderpokal noch wegen Schulterproblemen daruf verzichten, für die BaWü Auswahl auf dem Mound zu stehen, hat Marius Jelloneck heute gezeigt, dass er ein Big Leaguer ist.

Als 1st Baseman in den Spielen zuvor eine Bank, als Hitter gefährlich, als Teamleader und Motivator unverzichtbar, führte er heute die deutsche Junioren Nationalmannschaft als Starting Pitcher zum 4-1 Sieg über Italien und damit ins Halbfinale der diesjährigen EM.

6 Innings lang dominierte Marius die Ialiener, 6 Innings lang kämpte er sich von At Bat zu At Bat, ehe er an seinen Team Kollegen LeRoy Ewart eine 4-1 Führung übergab.

Schon im ersten Inning ließ Jelloneck keinen Zweifel daran, wer Chef im Ring ist...unterstützt durch eine sichere und fehlerfreie Defense. Gleich im ersten Play des Tages zeigte Marvin Bolz, der für Marius diesmal als 1st Baseman startete, mit einem Diving Play im weiten Foul Terretory, dass die Mannschaft heute mit größtem Einsatz unbedingt gewinnen wollte. Der erste Baserunner der Italiener wurde gleich von Marius zu Marvin zum dritten Aus gepickt.

Drei schnelle Aus...und die Offense machte weiter, wo sie gegen Belgien und Russland angefangen hat und gegen die Ukraine ins Stocken kam...mit Druck.

Ein Single von Eric Harms und ein Walk durch Maik Ehmcke brachte Marius Jelloneck an die Platte. Sein RBI Single auf die rechte Seite scorte Eric Harms zum 1-0. Ein Balk des italienischen Pitchers brachte das 2-0 in der unteren Hälfte des 1. Innings

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Schulz ist raus: Eine der schwärzesten Tage in meinem Baseballleben

Auch nach 4 Jahren kann ich die Vorgänge am Morgen nach dem Ukraine Spiel nicht vergessen.

Eins muß ich vorwegschicken: Ich war zwar nicht im Auftrag des Herren, aber der deutschen Eltern unterwegs. Da ich mir eine Reise zur EM finanziell nicht erlauben konnte, ich aber wußte, daß diese Europameisterschaft unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden wird, hatte ich im Vorfeld den Eltern folgenden Vorschlag gemacht: Gegen einen Umkostenbeitrag von 50 € fliege ich nach Gijon, berichte jeden Tag von den Spielen, mache Photos und erstelle im Anschluß ein Video. Alle Eltern haben ausnahmslos zugesagt.

Also habe ich mich auf dem selben Campingplatz wie die deutsche Juniorennationalmannschaft eingenistet und es mir dort "gemütlich" gemacht. Die ersten Tage bin ich zusammen mit dem Team im Mannschaftsbus zu den Spielen mitgefahren. Die Stimmung war gut, keiner fühlte sich durch mich belästigt, der Headcoach bediente sich auch gerne meiner spanischen Sprachkenntnisse...alles war gut. Dann kam das Ukraine Spiel.

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image081Fassunglos, bestürzt...es gibt eigentlich keinen Ausdruck, der den Gemütszustand der angereisten Eltern, der Spieler und der Coaches nach dem letzten Aus gegen die Ukraine richtig beschreiben kann.

Das sichere Halbfinale kurz vor Schluß noch aus den Händen zu geben, ist tragisch. Dadurch, dass jedes Play beim Baseball nachvollzogen werden kann, ist es auch ein Spiel von "was wäre, wenn" oder vom "second guessing". Die Coaches fragen sich, ob es die richtige Entscheidung war, ihr Starting Ace, Daniel Thieben als Closer zu bringen, um eine 4-2 Führung im 7. Inning nach Hause zu bringen. Die Spieler werden jede eigene Situation hinterfragen, um herauszufinden, wo der Fehler lag....und die mitgereisten Eltern waren sprachlos.

Sprachlos waren auch die anderen Coaches und Scouts, als sie von dem Ergebnis hörten...denn die deutsche Mannschaft, die bisher so stark auftrumpfte, war in aller Munde.

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image004"Close but no cigar"...so hieß es in den letzten Jahren bei den Jugend- und Junioren EMs. Von allen Seiten gelobt, stand am Ende aber immer wieder das Scheitern des deutschen Nachwuchses in der Vorrunde. Diesmal könnte es anders laufen....

Im "Go To" Game gegen Russland trat die Mannschaft um Headcoach Winterath auf wie ein Team, dass unbedingt gewinnen wollte...und letztendlich auch konnte. Mit 13-0 wurde der vermeintlich stärkste Konkurrent um einen der Halbfinalplätze vom Platz gefegt. Bis zum letzten Aus war die Mannschaft hochkonzentriert und ließ in ihren Bemühungen nie nach.

Who scores first, wins. Nach dieser Devise startete die Deutsche Mannschaft in das so wichtige Gruppenspiel. Wieder war es Jonathan Ellenbogen von den Mannheim Tornados, der im 1. Inning das Ausrufezeichen setzte. Ein Walk, ein Groundout und ein Balk brachten ihn an die dritte Base. Mit Marius Jelloneck am Schlag versuchte er einen Homesteal, der eigentlich ziemlich danebenging. Auf halben Weg zur Homeplate brach er seinen Versuch ab und rutschte aus. Beim nun folgenden Rundown überwarf der Catcher der Russen in großer Hektik seinen 3rd Baseman...und Jonathan konnte in aller Ruhe zum 1-0 für Deutschland scoren.

Starting Pitcher Michael Wöhrl von den Haar Disciples hatte Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen. Zwei Walks und ein Error bei keinem Aus luden die Bases für die Russen....und schon zum frühest möglichen Zeitpunkt stand "das Game on the line". Mit einem starken Comeback machte Michael Wöhrl genau dort weiter, wo er im Finale des Länderpokals aufgehört hat und MVP wurde: Zwei Batter schickte er hintereinander per Strikeout zurück ins Dogout, das dritte Aus erfolgte durch ein Popup zum 3rd Basemann Jonathan Schneider.

Dies sollte für das gesamte Spiel die einzig brenzlige Situation bleiben, die die deutsche Mannschaft zu überstehen hatte. Zu dominant war das Pitching von Michael Wöhrl, zu souverän die Defense und zu schlagstark die Offense. Schon im zweiten Inning erhöhten die deutschen Junioren auf 5-0. Zwar profitierte sie von einigen Walks und einem Error, aber bei zwei Aus bewiesen sie sehr große Schlagdisziplin. Vor allem Mike Ehmcke brachte bei seinem At Bat den Pitcher schier zur Verzweiflung, als er ein Foulball nach dem anderen über den Zaun setzte. Folge: Ein RBI Walk. Zwei weitere Bases Loaded Walks bedeuteten das Ende des russischen Starting Pitcher schon nach dem 2. Inning.

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In überzeugender Manier gewann die Deutsche Junioren NM mit 17-7 ihr Auftaktspiel gegen Belgien.

image088Gut in ein Turnier zu kommen, ist immer schwer. Nach einer strapaziösen Anreise im ersten Spiel so stark aufzutrumpfen, ist nicht selbstverständlich. Alle Mannschaftsteile funktionierten. Phillip Neuhäuser, der das Vertrauen des Coaching Staffs als Starting Pitcher für dieses wichtige Auftaktspiel bekam, rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen. 6 Innings lang hielt er die Belgier in Schach...die wenigen brenzligen Situationen, in denen er sich selber hinein manövrierte, wurden von der fehlerlosen Defense ausgebügelt. Danilo Weber warf 2,5 starke Innings, die Offense tat ihr Übriges, um die chaotische Anfahrt in das "Projekt Gijon" vergessen zu machen.

Let´s start from the beginning:

Pünktlich um 11:30 Uhr wurde die Mannschaft von einem vollklimatisierten Reisebus abgeholt...in diesem Punkt ist die Organisation hervorragend. Ca 30 Minuten dauert die Fahrt zu Feld 2. Ca 25 km von Gijon entfernt liegt das Sportareal LaMorgal, abseits jeglicher Zivilisation. Man fragt sich, welcher Baseballfan sich auf diesen, direkt neben einem Hubschrauberflugplatz gelegenen Baseballplatz verirren sollte. Tatsächlich fanden sich zur besten "Siesta"" Zeit ca. 30 Zuschauer und 10 Scouts ein, um ein Junioren EM Spiel zu sehen. Die deutschen Fans passten problemlos auf ein Photo (Kevin Trisls Eltern und Marty Brunner).

Der Zustand des Feldes...knochenhart und uneben. Der Service für die Spieler und Zuschauer...nicht vorhanden. Bei 30 Grad in der prallen Sonne gab es weder Wasser noch Verpflegung für die Spieler. Sie mussten also vom teuren, auf dem Campingplatz gekauften Wasser und dem "Lunchpaket" des Campingplatzes überleben....und das tat die deutsche Mannschaft mit Bravour.

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