Tagebuch 04.07.11

Die Nächte werden immer besser. Aufgewacht, dachte die Nacht wäre um, auf die Uhr geschaut 03:00 Uhr. Prima, drei Stunden geschlafen. Wieder einschlafen...Fehlanzeige

Man hört Schritte, wo keine sind, Hunde bellen, wo welche sind und stellt fest, daß die Franzosen Autos mit Alarmanlage besitzen, die auch nachts funktionieren.

Wenn man nicht einschlafen kann und einem die Zigaretten ausgegangen sind, beschäftigt man sich mit den wahrhaft wichtigen Dingen des Lebens. Die Beleuchtung auf dem Campingplatz funktioniert vom Feinsten und es ist fast taghell. Also beobachtet man die Ameisen, die auf dem Zeltdach krabbeln und fragt sich, ob Ameisen beim Sex Geräusche machen. Oder man macht sich Sorgen um seine Eichhörnchen und überlegt sich, morgen mal ein paar Nüsse kaufen zu gehen und sie vor dem Zelt auszulegen

Das letzte Mal habe ich um 04:40 auf die Uhr gesehen...und dann war es plötzlich 08:30 Uhr. Es wird Zeit, dass ich einen der Jungs einteile, mir beim Aufstehen zu helfen. Zumindest weiß ich jetzt, wie man am ökonomischsten ins Zelt rein und wieder rauskommt. Vorwärts rein und rückwärts raus. Sieht zwar blöd aus...aber es hilft.

Ab ins Restaurant zum Frühstück. Eine neue Bedienung bedeutet, dass ich noch mal erklären muß, was ich wirklich morgens brauche: Eine große Tasse Kaffee ohne Milch und Zucker. "Ah, tu quieres un café solo?" Jo...alles klar.

Nach Eier mit Schinken erst gar nicht gefragt. Nebenan frühstückt ja die Mannschaft im großen Saal. Mal sehen, was es dort gibt. Wäre ich mal im Restaurant geblieben.

Das Frühstück für Mannschaften ist für europäische Standards mehr als mager, für Athleten ein "NoGo". Wabbeliger weißer Toast mit Marmelade. Kohlehydrate ohne Ende, aber ohne bißhaften Nährwert. Der Mannschaftsbetreuer Tobi ging noch schnell in den gegenüberliegenden Supermarkt und kaufte Schinken und Käse ein, damit das Frühstück einigermaßen genießbar wird. Das nenne ich mal wirtschaften par excellence. Man verkauft auf dem Campingplatz Übernachtung mit Frühstück und macht Letzteres so schlecht, dass man gezwungen ist, im campingeigenen Supermarkt einzukaufen...clever.

Ich ernähre mich schon seit drei Tagen von ner Stange trockenem Baguette und gekochtem Schinken. Geht schnell und kann man sogar im Zelt zubereiten.

Um 11:30 ging´s zum Platz, um 19:00 waren wir wieder hier. Was dazwischen lag, steht im Spielbericht....aber als wir wiederkamen: WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER. Das Internet funktioniert. Seit diesem Zeitpunkt sitze ich in dem kleinen, ca. 9 qm großen Raum, werde von Anwesenden zugetextet, 15 Franzosen feiern hier drin lautstark ein Fete und ich versuche die Kuh zu melken, solange sie noch Milch gibt...will heißen alles hoch zu laden, so lange das Internet funktioniert.

Abendbrot musste ausfallen, da ich den Platz unter keinen Umständen verlassen darf. Weggegangen, Platz vergangen. Zum Glück ist 2 Meter neben dem Internetraum der Supermarkt. Baguette und Schinken gekauft...ich kann´s nicht mehr sehen...aber los geht´s.