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09.07.11, 10:00 Uhr

image017Einen hab ich noch....

Warum gab es seit zwei Tagen kein Tagebuch? Weil nichts Besonders passiert ist. Wir sind ins Halbfinale eingezogen und mittlerweile schlafe ich sogar gut...dank der Wolldecke, die die Jungs einem alten Mann doch noch gegeben haben.

Sitze gerade im Restaurant und frühstücke. Jawoll, Frühstüc !!! Ohne große Umschweife hat mir der Maitre de la Cuisine zwei Spiegeleier mit einem trockenen Stück Baguette gebracht...ein unglaublicher Genuss. Johan Lafer hätte die Eier nicht besser hinbekommen.

Der Kaffee, eigentlich ein doppelter Espresso, zieht einem die Schuhe aus, aber er schmeckt einfach genial. Besser kann der Tag nicht beginnen...fehlt nur noch, dass er heute auch so perfekt endet.

Gestern war ein freier Tag, auch für mich. Zum Frühstück gab es die gewohnte Espresso-Dröhnung, dann kam der Versuch, Bilder vom Spiel gegen Italien hochzuladen. Das Internet ist so langsam, dass ich die Photos besser per Post verschicken könnte...und das will schon was heißen.

Um 14:00 Uhr hatte ich die Faxen dicke und machte mich auf nach Gijon. Der Campingplatz liegt auf einer leichten Anhöhe, eigentlich geht es hier nur bergauf...für einen Raucher genau das Richtige. Aber zur Bushaltestelle (ein Pfosten an der Straßenecke) geht es abwärts, ca. 500 m. Nach 30 min vergeblichen Wartens (15 min gesteht man den Südländern sowieso zu) wieder zurück zur Rezeption....bergauf. Und die freundliche Dame hinterm Tresen teilte mir mit, dass der Bus auf den ich warte, nur Samstags und Sonntags fährt. Großartig. Die nächste Haltestelle? 2 km zu Fuß, vor dem botanischen Garten !

Also meine 5 kg Handgepäcktasche schultern, Wasser für unterwegs kaufen....und auf geht´s. Apropos Tasche. Irgenwie beschleicht mich das Gefühl, dass man mir die Tasche am Ende dieses Trips die operativ entfernen muß. Mit ihr schleppe ich ständig meinen Hausrat rum...Notebook, Camera, Photoapparat, Ladegeräte usw. Sogar bis auf´s Klo begleitet mich die Tasche, was gelinde gesagt, ziemlich umständlich und vor allem eng ist.

Nach ca. 2 km gemütlichen Fußmarschs endlich die Haltestelle am botanischen Garten erreicht. Viel beeindruckender als die Ansammlung von Unkraut ist aber die gegenüberliegende Universität von Gijon. Ein imponierendes Bauwerk und vor allem...ewig lang.

Ab in den Bus und auf nach Gijon. Kurz vor vier Uhr war ich am Yachthafen und an der Anlegestelle für das Ausflugsboot, dass mit dem Spruch "Lernen sie Gijon vom Meer aus kennen" lockte...und das für 5 €. Das wollte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen, in der Hoffnung, dass Gijon vom Meer aus besser aussieht als von innen. Aber am Tickethäuschen klebte ein Zettel "Tour abgesagt, Meer ist zu unruhig". Weicheier, die Spanier.

Also heißt es umplanen. Da ich aber kein Plan hatte, ging ich einfach durch die kleinen Gassen los. In Gijon reiht sich eine Cafétereria nach der anderen....und ein Sidre-Lokal an das andere. Irgendwie habe ich gar nicht gemerkt, dass es schon wieder bergauf geht...ich werde wirklich langsam alt. Als ich mich umdrehte, ging es die Strasse ziemlich steil wieder runter...ziemlich verlockend. Egal, jetzt bin ich schon fast auf dem Gipfel vom Mount Everest Gijon´s, weiter geht’s. Nach einer Ewigkeit bin ich dann endlich auf dem Gipfel des größten Hügels von Gijon angekommen...und mich erwartete eine traumhafte Aussicht auf....die Aurnhammers, die offensichtlich die selbe Idee hatten. Aber irgendwie sahen die gesünder aus als ich...kein Wunder, wenn man in den Bergen groß wird.

Aber der Ausblick von diesem Hügel auf das offene Meer war schon sehenswert...nur der Strand von Gijon auf der rechten Seite sah nicht gerade einladend aus. Während die Aurnhammers sich in Richtung Baseballfeld aufmachten, um dort den möglichen Halbfinalgegner der Deutschen zu beobachten, ging ich um 17:30 Uhr erstmal frühstücken....Burger King. Eigentlich reizt mich an dem Laden gar nichts...aber das große Schild: WiFi gratis lockt jeden Campingplatz-Internet-Geplagten in diesen auf einmal wundervollen, klimatisierten Laden.

Wenn ich schon mal da bin, kann ich ja auch mal ein Stück Fleisch essen...das erste seit einer Woche. Rodeo Burger Big Menü...ich hab heute noch was davon.

Nicht nur, dass dieses Teil extrem hoch ist, es ist auch verdammt inkonsistent. Hat man es einmal ausgepackt, muß man es in einem Zug essen....ablegen geht nicht. Das dann auseinander fallende Gebilde bekommt man nie mehr gepackt, geschweige dann gegessen. Also rein damit....auf Ex. Mir ist jetzt noch schlecht, da half auch der halbe Liter Cola Light zum nachspülen nix.

Aber das Internet funktionierte, es ging ab wie Schmitz´ Katze. Innerhalb von 10 Minuten alle Bilder auf meine Website und Facebook hochgeladen...die Rodeo Burger Tortur hat sich also gelohnt.

Nach getaner Arbeit schleppte ich mich mit einem Backstein im Magen zur Bushaltestelle, als mich eine Emergency-Call meines Sohnes erreichte....

Gesprächsprotokoll:

"Dad, wenn du schon in der Stadt bist, kannst du im Supermarkt was zu trinken kaufen und uns mitbringen? Mörv und ich haben nix mehr zu trinken"

"Sohnemann, 1. gibt es hier keinen Supermarkt, 2.bin ich nicht so bescheuert und schleppe nachher 2 km von der Bushaltestelle zum Campingplatz bergauf ein paar große 2-Liter Flaschen und 3. könnt ihr euch das auf dem Campingplatz selber kaufen."

"Aber hier ist es so teuer...du bekommst das Geld auch nachher von uns wieder"

Jo, klar...vor allem der letzte Satz überzeugt. Wie jede Eltern könnte ich sofort in Rente gehen, wenn ich auf eine Schlag das Geld einfordern würde, das ich auf den Spruch "du bekommst es gleich wieder, wenn wir zu Hause sind" rausgerückt habe.

Nix da, ich bin doch nicht blöd.....ab in den Bus, Richtung Campingplatz. Zwei Haltestellen vor meinem eigentlichen Endziel, dem botanischen Garten, fährt der Bus an einem großen Supermarkt vorbei. Wie von alleine bewegt sich meine rechte Hand Richtung Halteknopf, ich steige aus, gehe die 500 m zurück, kaufe fünf 2-Liter Flaschen Cola und Fanta ein und mache mich mit 10 kg Getränken in dünnen, nicht reißfesten Plastiktüten und meinem 5 kg Handgepäck auf den nun 1,5 km längeren Heimweg...im Dauernieselregen.

Kurz vor der Uni, meinem ursprünglichen Ziel, geht es links ab auf das Unisportgelände. Von weitem sah ich dort einen großen Reisbus stehen...und wie in Trance bewegte ich mich darauf zu. Wie ich richtig vermutete, lag dort der Baseballplatz von Gijon und das Spiel Frankreich vs. Tschechien war noch im Gange...und ich traf auf Menschen, die ich kannte und die Mitleid mit mir hatten.

Zwei junge Damen aus dem hohen Norden boten an, mich mit zum Campingplatz mitzunehmen ....aber ich musste sie vorwarnen. Denn ganzen Tag in der Hitze in Gijon rumlaufen, dann mit 15 kg Gewaltmarsch im Regen...das hat Spuren hinterlassen. Mein Deo hat versagt, die 24h Wirkung kann man in die Pfeife rauchen. Aber getreu dem Motto der Doofen "Nimm mich mit, auch wenn ich stinke" wurde ich auf den Rücksitz verfrachtet. und ab ging es zum Campingplatz.

Zwar luden mich die Ladies noch zum Abendessen ein, aber der Rodeo Burger zeigte noch immer Wirkung. So blieb es bei einer Tasse Kaffee und einem netten Abend.

Um 23:00 Uhr ab auf die Matratze...oder was davon noch übrig ist. Ich wache morgens sowieso immer neben der Matratze auf dem Boden auf. Es regnet in Stömen, aber auch das ist mir mittlerweile egal.....

Übrigens haben die Jungs bis heute Vormittag ihre Flaschen nicht abgeholt......

That´s it.....see you in germany

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